
Bei diesem Projekt konnten wir genau das machen, worauf wir seit Jahren hinarbeiten. Wir konnten unser gesammeltes Wissen und die Skills, die wir bei dokumentarischen Arbeiten wie zuletzt unserem Film Noir Cuisine (siehe Blogeintrag „Noir Cuisine: Das Porträt eines Raums") gewinnen konnten, auf einer kommerzielleren Ebene anwenden. Diese Art von Projekt machen wir mit Abstand am liebsten, weil sie beide Welten verbindet und einem Recruitment-Film die Nahbarkeit und das visuelle Niveau gibt, die ihn glaubwürdig machen.
Die eigentliche Herausforderung lag auf der Baustelle. Bei den Aufnahmen, die den Gesamtprojektleiter bei der Arbeit zeigen, wollten wir klar beobachtend erzählen, damit ein echter Einblick entsteht und nichts gestellt wirkt. Hier ist es von Vorteil, besonders reaktionsfähig zu sein, da Abläufe nur einmal passieren, und wenn man in diesem Moment nicht bereit ist oder aus der falschen Perspektive draufhält, gibt es keine zweite Chance. Das verlangt permanente Wachsamkeit und ein sehr gut eingespieltes Zusammenspiel zwischen Kamera-Operator und Kamera-Assistenz. Gleichzeitig durften wir der Arbeit vor Ort nicht im Weg stehen und haben darauf geachtet, uns unauffällig und bewusst auf dem Gelände zu bewegen. Für die filmische Auflösung haben wir darauf geachtet, die Baustelle aus wechselnden Perspektiven einzufangen, um die Dynamik dieses Ortes spürbar zu machen.
Das Interview war der zweite große Teil des Films und wurde entsprechend aufwendig aufgebaut. Wir haben unseren Protagonisten von der Sonne abgeschirmt und das Tageslicht mit zwei Scheinwerfern imitiert. Das gab uns die volle Kontrolle über die Lichtsetzung, sodass ein natürlicher, aber deutlich aufgewerteter Look entstehen konnte. Des Weiteren konnten wir unseren Protagonisten so durchgehend im Schatten haben, was an einem so warmen Tag entscheidend war.
In der Postproduktion kam noch eine zusätzliche Herausforderung, die bei solchen Projekten häufiger auftritt: die Integration von niedrig aufgelöstem Drohnenmaterial aus dem Zech-Hochbau-Archiv. Hier haben wir erstmal das Material aufgewertet und es dann in einen analogen Look umgewandelt. Mit zusätzlichem Sounddesign und visuellen Effekten ist es klar als Archimaterial erkennbar und sticht vom Niveau und der Qualität nicht mehr so stark heraus.
Diese Zusammenarbeit ist uns unter anderem wegen eines extrem sympathischen Teams und der kreativen Freiheit besonders ans Herz gewachsen. Wir sind Zech Hochbau sehr dankbar für ihr Vertrauen in uns und freuen uns schon auf das nächste Projekt.




